Kirchenfinanzierung

Die Laieninitiative setzt sich für eine nachhaltige Sicherung der Kirchenfinanzierung ein. Die derzeitige Finanzierung erfolgt auf der Grundlage eines Gesetzes, das aus der nationalsozialistischen Ära stammt. Dieses österreichische Kirchensteuergesetz hatte sicher nicht das Wohl der Kath. Kirche im Auge, es zwingt diese zur Eintreibung ihrer Finanzierung über eigene Inkassobüros (Kirchenbeitragsstellen), wobei alle, die sich als Katholiken bekennen, durch dieses staatliche Gesetz zur Zahlung verpflichtet werden. (Es handelt sich dabei also nicht wirklich um eine Trennung von Kirche und Staat.)

Seit dem 2. Weltkrieg schrumpft die von der Statistik ausgewiesene Zahl der Katholiken in Österreich kontinuierlich und sollte die Kirchenleitung eigentlich zum Handeln alarmieren. Das Ärgernis des österreichischen Kirchensteuergesetzes veranlasst insbesondere Jugendliche zur Abmeldung von der Kath. Kirche ("Kirchenaustritt"). Dass dies nicht so sein muss, zeigt die Entwicklung z. B. in Südtirol, wo der statistische Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung seit dem 2. Weltkrieg praktisch konstant geblieben ist. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Anteil der Gläubigen, sondern daran, dass in Südtirol das italienische Kirchensteuergesetz gilt. Nach diesem erfolgt die Kirchenfinanzierung durch Widmung eines Teiles der Lohn- und Einkommenssteuer. Die Steuerzahler/innen können dabei auswählen, ob sie diesen Teil der Steuer der Kath. Kirche, einer anderen Kirche oder dem Staat zukommen lassen.

Neben den grundsätzlichen Vorteilen können durch diese Form der Finanzierung auch Verwaltungskosten eingespart werden, durch die beim österreichischen Gesetz alleine durch die Eintreibung über die kircheneigenen, personalintensiven Inkassobüros 8 - 12% verpuffen.

Die Laieninitiative hat mit em.a.o.Univ.-Prof. Dr. Rudolf Höfer einen ausgewiesenen Experten für die sehr unterschiedliche Kirchenfinanzierung in Europa im Team und setzt sich für eine Steuerwidmung anstelle von eigenen kirchlichen Inkassobüros ein. Wir brauchen in Österreich keine Evangelikalisierung sondern eine Reform des österreichischen Kirchensteuergesetzes.

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