Laieninitiative

Was will die Laieninitiative?

1. Eine untragbare Situation entsteht

Die gegenwärtige schwierige Lage der römisch-katholischen Kirche zu überwinden, sollte allen Gläubigen ein Anliegen sein. Unser besonderes ist: Der Priestermangel ist evident und ein Notstand der Seelsorge droht. Immer weniger junge Männer entscheiden sich für den geistlichen Dienst. Dabei fehlt es auch heute keineswegs an Männern und Frauen, die diesen Ruf empfinden, allerdings werden sie durch die geltenden Bedingungen für das Priesteramt zurückgewiesen. Das gilt besonders für den Pflichtzölibat, auf dem Rom beharrt, obwohl er theologisch nicht begründbar ist. Den Geistlichen der katholischen Ostkirchen – die ebenfalls dem Papst unterstehen – ist aber die Ehe freigestellt!

Die seelsorgliche „Nahversorgung“ ist auf Sicht immer mehr gefährdet. Der Versuch, die Schwierigkeiten administrativ – etwa durch zusammengelegte „Seelsorgeräume“ – zu bewältigen, ist keinesfalls eine Dauerlösung. Es entsteht dadurch eine zunehmende und letztlich unverantwortliche Überforderung der Pfarrer. Immer weniger wird es diesen möglich sein, sich den Gemeinden und vor allem den Menschen wirklich zu widmen.  

Es genügt nicht, Priester aus dem Ausland zu holen – sie würden auch dort gebraucht und bilden kein dauernd unerschöpfliches Reservoir. Oft fügen sie sich nur schwer in unser Gemeindeleben. Zum großen Ärgernis vieler werden verheiratete Priester aus den unierten Kirchen oder konvertierte Geistliche anderer christlicher Religionen eingesetzt, während zahlreiche Priester ihr Amt aufgeben mussten, weil sie sich zur Ehe entschlossen haben. Sie fehlen unserer Kirche bitter.

Als Laien können wir diese Situation nicht mehr länger akzeptieren. Sie ist noch dazu von fortschreitenden Kirchenaustritten, schwindendem Wissen über den Glauben sowie zunehmender Distanz zum noch immer fruchtbaren Kirchenleben geprägt ist. Die Kirchenführung, deren oberstes Gebot das Heil der Menschen ist, muss unsere Sorgen ernst und ihre Verantwortung wahrnehmen. Haben doch die Gläubigen das „Recht, aus den geistlichen Gütern der Kirche, insbesondere dem Wort Gottes und den Sakramenten, Hilfe von den geistlichen Hirten zu empfangen“ (Codex des kanonischen Rechts, Can. 213).

2. Es gibt Auswege

Auch in Zukunft sollen nicht nur mobile „Kirchenpendler“ am vollen Glaubensleben und vor allem an der Feier der sonntäglichen Eucharistie teilhaben können. Zur Bekämpfung des drohenden Notstands bieten sich sehr wohl Auswege an, die auch von Verantwortlichen der Hierarchie und von prominenten Theologen befürwortet werden. Zunächst müssen Modelle allseits praktiziert werden, die Gemeindeleitung in administrativ-organisatorischer Hinsicht engagierten Laien zu übertragen und so die Priester zu entlasten. Dies bewährt sich bereits vielfach.

Es muss aber auch das heutige und rein auf das traditionelle geistliche „Amt“ konzentrierte pastorale System grundsätzlich in Frage gestellt werden. Die strikte Trennung des Kirchenvolkes in befugte Angehörige des geweihten Priesterstandes und in untergeordnete Laien beiderlei Geschlechts ist weder biblisch zu begründen, noch entspricht sie unserer heutigen fortgeschrittenen Gesellschaft

Wir wollen, dass sorgfältig ausgewählten Personen, die sich in Kirche und Gemeinschaft bewährt haben, durch bischöfliche Beauftragung (Weihe, Ordination) die Aufgabe zugeteilt werden kann, sakramentale Handlungen zu vollziehen und insbesondere der Eucharistiefeier vorzustehen sowie die Krankensalbung vorzunehmen. Mit Recht wird hier das Modell der sog. „Viri probati“ von berufener Seite vorgeschlagen. Ebenso wird gefordert, dass auch weibliche Personen zu Diakonen geweiht werden. Dies war in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten gängige Praxis und entspräche dem Umstand, dass heute gerade Frauen absolut unentbehrliche Dienste in der Kirche leisten.

3. Wir müssen aktiv werden!

Geänderte Wege  sind – in Verantwortung für die Gläubigen – längst überfällig. Sie werden etwa im Dokument der niederländischen Dominikaner „Kirche und Amt“ trefflich beschrieben und theologisch begründet. Immerhin bestünde auch die Möglichkeit, auf regionaler Ebene Neues zu erproben. Uns ist bewusst, dass Veränderungen nur schrittweise und weltweit vollzogen werden können, aber es entsteht immer mehr der Eindruck einer absoluten Reformunwilligkeit! Damit wollen wir uns nicht abfinden und machen vom Recht der Glaubenden Gebrauch, ihre „Anliegen, insbesondere die geistlichen, und ihre Wünsche den Hirten der Kirche zu eröffnen“ (Can. 212, § 2). Mehr Mitsprache erscheint geboten!

Bleibt dies fruchtlos, muss noch mehr, nämlich ein ebenso verantwortungsvolles wie energisches Drängen aus unserem gläubigen Gewissen erfolgen. Es wird schließlich eine Situation herbeizuführen sein, die von den Bischöfen und dann auch vom Vatikan nicht mehr ignoriert werden kann. Dazu werden in wohlbedachter Reihenfolge alle Möglichkeiten auszuschöpfen sein, die zur Verfügung stehen, um den berechtigten Anliegen des Kirchenvolkes Geltung zu verschaffen.

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"Sie wird als kleine Gemeinschaft sehr viel stärker die Initiative ihrer einzelnen Glieder beanspruchen. Sie wird auch gewiss neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen: In vielen kleineren Gemeinden bzw. in zusammengehörigen sozialen Gruppen wird die normale Seelsorge auf diese Weise erfüllt werden".

Joseph Ratzinger über die Kirche im Jahr 2000 ("Glaube und Zukunft", München 1970, S. 123).

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BISHERIGE UNTERSTÜTZER

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